Deutschland fördert die Installation von Photovoltaikanlagen über mehrere Wege gleichzeitig: günstige KfW-Kredite für die Finanzierung, gesetzlich garantierte Einspeisevergütungen für den selbst erzeugten Strom, Mehrwertsteuerbefreiung seit 2023 und eine vollständige Einkommensteuerbefreiung für kleinere Anlagen. Wer alle Förderungen kennt und kombiniert, kann die Gesamtkosten einer PV-Anlage um 30–40% reduzieren — ohne aufwendige Antragstellung.
Überblick: Die vier Fördersäulen
| Förderung | Art | Wert | Für wen? |
|---|---|---|---|
| KfW 270 Kredit | Zinsgünstiges Darlehen | Bis 150.000 € | Alle Privatpersonen + Unternehmen |
| EEG-Einspeisevergütung | Garantierter Einnahme | ca. 7,78–12,34 ct/kWh (≤10 kWp) | Alle Neuanlagen bis 750 kWp |
| 0% MwSt. | Steuerbefreiung | ~19% Ersparnis | PV-Anlagen ≤30 kWp (seit 2023) |
| ESt-Befreiung | Steuerbefreiung | Keine Einkommensteuer | Anlagen ≤30 kWp (seit 2023) |
KfW 270: Erneuerbare Energien Standard
KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard
Das KfW-Programm 270 finanziert die Errichtung und Erweiterung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien — einschließlich Photovoltaik, Batteriespeicher und Wallboxen. Es ist das meistgenutzte Finanzierungsinstrument für private PV-Anlagen in Deutschland.
Kreditbetrag: bis zu 150.000 € pro Vorhaben (Minimum: 1.000 €)
Laufzeit: 5–30 Jahre, tilgungsfreie Jahre möglich
Zinssatz: Die KfW legt keinen einheitlichen Festzins fest — der effektive Jahreszins hängt stark von Bonität, Besicherung und Laufzeit ab und wurde 2026 in verschiedenen Quellen mit einer Spanne von ca. 3,6% (beste Bonitätsklasse) bis über 11% angegeben. Der tagesaktuelle Zins wird erst bei Kreditzusage durch Ihre Hausbank festgelegt.
Tilgungszuschuss: Kein direkter Tilgungszuschuss im KfW 270 — aber in der Regel günstigerer Zins als am freien Kapitalmarkt
Schritt-für-Schritt: KfW-Antrag stellen
- Angebot einholen: Holen Sie sich zunächst ein verbindliches Angebot von einem Fachinstallateur. Ohne Angebot können Sie den Kreditbetrag nicht konkretisieren.
- Bank kontaktieren: Gehen Sie zu Ihrer Hausbank (Sparkasse, Volksbank, Commerzbank etc.) und beantragen Sie den KfW 270 Kredit. Die Bank reicht den Antrag bei der KfW ein — direkte Anträge bei der KfW sind nicht möglich.
- Kreditzusage abwarten: Die Zusage — inklusive Ihres individuellen, bonitätsabhängigen Zinssatzes — erfolgt üblicherweise innerhalb von 1–3 Wochen. Wichtig: Die Installation darf erst nach der Kreditzusage begonnen werden.
- Installation beauftragen: Beauftragen Sie den Fachinstallateur nach erhaltener Kreditzusage.
- Kreditmittel abrufen: Nach Abschluss der Installation und Vorlage der Rechnung werden die Kreditmittel ausgezahlt.
Wichtig: Den KfW-Antrag müssen Sie vor Baubeginn stellen. Wer die Anlage bereits bestellt oder installiert hat, verliert den Anspruch auf KfW-Förderung.
EEG-Einspeisevergütung 2024/2026
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Betreibern neuer PV-Anlagen eine feste Einspeisevergütung für 20 Jahre zuzüglich des Inbetriebnahmejahres. Die Vergütung wird seit 2024 alle 6 Monate um ca. 1% degressive gesenkt (sog. atmender Deckel). Die Sätze in dieser Tabelle sind auf dem Stand nach der Absenkung zum 1. Februar 2026 — die nächste Absenkung erfolgt zum 1. August 2026. Prüfen Sie den exakten Satz für Ihr Inbetriebnahmedatum immer bei der Bundesnetzagentur.
| Anlagengröße | Teileinspeisung (ct/kWh) | Volleinspeisung (ct/kWh) | Typische Anlage |
|---|---|---|---|
| ≤ 10 kWp | ca. 7,78 | ca. 12,34 | Kleines Einfamilienhaus |
| 10–40 kWp | ca. 6,73 | ca. 10,35 | Großes EFH / Gewerbe |
| 40–100 kWp | ca. 5,50 | ca. 10,35 | Gewerbedach |
| 100–400 kWp | — | ca. 5,50 | Nur Volleinspeisung |
| 400–750 kWp | — | ca. 4,41 | Nur Volleinspeisung / Ausschreibung |
Werte für Anlagen über 10 kWp sind zur Orientierung anhand der dokumentierten Degressionsrate fortgeschrieben, nicht einzeln quellenverifiziert — bitte exakten Satz bei der Bundesnetzagentur prüfen.
Teileinspeisung vs. Volleinspeisung
Bei der Teileinspeisung verbrauchen Sie einen Teil des Solarstroms selbst und speisen nur den Überschuss ins Netz ein. Dies ist für die meisten Privathaushalte die wirtschaftlichere Option, da der Eigenverbrauch den teureren Netzbezugsstrom ersetzt.
Bei der Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist und Sie erhalten eine höhere Vergütung pro kWh. Dies lohnt sich aktuell nur dann, wenn Ihr Eigenverbrauch sehr niedrig wäre und die Volleinspeisung deutlich mehr einbringt — was bei den aktuell hohen Strompreisen selten der Fall ist.
Rechenbeispiel Teileinspeisung: Eine 8-kWp-Anlage erzeugt ca. 7.600 kWh/Jahr. Bei 30% Eigenverbrauch (2.280 kWh × 32 ct = 730 €) und 70% Einspeisung (5.320 kWh × ca. 7,78 ct = 414 €) ergibt das ca. 1.144 €/Jahr an Einnahmen und Einsparungen.
0% Mehrwertsteuer: Steuerfreiheit seit 1. Januar 2023
Eine der bedeutendsten Änderungen für PV-Anlagenbesitzer: Seit dem 1. Januar 2023 gilt für die Lieferung und Installation von PV-Anlagen mit einer Bruttoleistung bis 30 kWp ein Umsatzsteuersatz von 0%.
| Was ist steuerfrei? | Was ist nicht betroffen? |
|---|---|
| Solarmodule und Wechselrichter | Reparaturen und Ersatzteile (normaler MwSt.-Satz) |
| Batteriespeicher | Anlagen über 30 kWp (normaler Satz) |
| Montage und Installation | Zubehör, das nicht Teil der PV-Anlage ist |
| Wallboxen (im Paket mit PV) | Reiner Energieberatungsvertrag |
| Netzanschlusskosten der Anlage | Gebäude-/Dachsanierung |
Vor 2023 kostete eine 10-kWp-Anlage z.B. 14.000 € brutto — davon waren ca. 2.235 € MwSt. (19%). Diese Ersparnis entfällt heute vollständig, was die Wirtschaftlichkeit erheblich verbessert hat.
Einkommensteuerbefreiung ab 2023
Ebenfalls seit dem 1. Januar 2023 sind Einnahmen und Entnahmen aus dem Betrieb von PV-Anlagen unter bestimmten Grenzen vollständig einkommensteuerfrei:
- Einfamilienhäuser und Gewerbegebäude: bis 30 kWp
- Sonstige Gebäude: bis 15 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit
- Insgesamt maximal 100 kWp pro Steuerpflichtigen
Wichtig: Es ist weder ein Antrag beim Finanzamt nötig, noch müssen PV-Einnahmen in der Steuererklärung angegeben werden — sofern die Grenzen eingehalten werden. Dies gilt rückwirkend für alle ab dem 1.1.2022 installierten Anlagen.
Länderprogramme: Was 2026 tatsächlich noch läuft
Landesförderprogramme für Photovoltaik ändern sich in Deutschland häufig — Programme laufen aus, werden neu aufgelegt oder auf andere Zielgruppen umgestellt. Zum Redaktionsstand (2026) gilt beispielsweise: Bayerns "10.000-Häuser-Programm" wurde bereits 2022 eingestellt und nicht wieder aufgelegt; NRWs progres.NRW-Förderung für private Speicher/PV-Zuschüsse endete ebenfalls 2022 und das laufende progres.NRW-Programm richtet sich inzwischen überwiegend an Freiflächen-, Agri- und Mieterstrom-Projekte statt an einzelne Wohngebäude. Berlins IBB-Programm läuft 2026 unter dem Namen "SolarPLUS" als Zuschuss (nicht als Kredit). Statt einer festen Tabelle mit möglicherweise bereits veralteten Programmnamen und Beträgen gilt daher: die verlässlichste Informationsquelle ist immer die Förderbank Ihres eigenen Bundeslandes.
| Bundesland | Zuständige Stelle | Wo aktuell prüfen |
|---|---|---|
| Bayern | Landesförderung derzeit ausgelaufen — Kommunalprogramme möglich | Ihre Stadt/Gemeinde (z.B. München, Augsburg) direkt anfragen |
| Nordrhein-Westfalen | progres.NRW (aktuell primär Freiflächen/Gewerbe/Mieterstrom) | nrwbank.de sowie Ihre Kommune (z.B. Köln, Aachen) |
| Baden-Württemberg | L-Bank — "Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik" (Kredit für Privatpersonen) | l-bank.de |
| Sachsen | SAB — u.a. Balkonkraftwerk-Zuschuss, größere Investitionsdarlehen | sab.sachsen.de |
| Berlin | IBB — "SolarPLUS" (Zuschuss, gestaffelt nach Anlagengröße) | ibb-business-team.de |
| Alle übrigen Bundesländer | Programme variieren und ändern sich häufig | Landesförderbank / Kommune direkt anfragen |
Konkrete Fördersummen wurden hier bewusst nicht angegeben, da diese sich zwischen den Programmen und im Zeitverlauf stark unterscheiden — verlassen Sie sich nur auf die aktuellen Angaben der jeweiligen Förderbank.
Tipp: Prüfen Sie vor der Installation auch die Förderangebote Ihrer Gemeinde oder Ihres Landkreises. Viele Kommunen bieten zusätzlich kleine Zuschüsse oder zinsgünstige Kommunalkredite für erneuerbare Energien an — diese ändern sich oft schneller als Landesprogramme.
Wie schnell amortisiert sich Ihre Anlage?
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