Investitions- & Ertragsparameter
| Jahr | Ertrag (kWh) | Ersparnis | Einspeisung | Jahresertrag (€) | Kumulativ (€) | Saldo (€) |
|---|
Wie wird die Amortisation berechnet?
Die Amortisationszeit ist das Jahr, in dem die kumulierte Nettoersparnis (Stromkostenersparnis durch Eigenverbrauch + Einspeisevergütung − Wartungskosten) erstmals die ursprüngliche Investitionssumme übersteigt. Der Rechner simuliert dazu jedes einzelne Jahr über die 25-jährige Anlagenlaufzeit und berücksichtigt dabei drei sich verändernde Größen gleichzeitig:
- Panel-Degradation: Die Modulleistung sinkt jährlich um einen kleinen Prozentsatz (typisch 0,4–0,8%/Jahr) — die Anlage erzeugt in Jahr 25 also spürbar weniger als in Jahr 1.
- Strompreissteigerung: Da jede eigenverbrauchte kWh den aktuellen Netzstrompreis ersetzt, steigt der Wert des Eigenverbrauchs mit, wenn die Strompreise steigen — historisch lag die Steigerung in Deutschland bei ca. 2–5%/Jahr, war aber in einzelnen Jahren auch deutlich volatiler.
- Feste Einspeisevergütung: Anders als der Strompreis bleibt die Einspeisevergütung für 20 Jahre auf dem bei Inbetriebnahme festgeschriebenen Satz eingefroren — sie steigt nicht mit der Inflation.
Formel für Jahr n: Jahresertragn = Basisertrag × (1 − Degradation)n-1; davon wird der Eigenverbrauchsanteil zum dann aktuellen (gestiegenen) Strompreis bewertet, der Einspeiseanteil zum fest eingefrorenen Vergütungssatz. Die Wartungskosten werden jährlich abgezogen. Sobald die kumulierte Summe die Investitionskosten erreicht, ist die Anlage amortisiert.
Rechenbeispiel: 8 kWp-Anlage
Eine 8-kWp-Anlage kostet ca. 12.000 € und erzeugt im ersten Jahr rund 7.500 kWh. Bei 30% Eigenverbrauch (2.250 kWh × 32 ct = 720 €) und 70% Einspeisung (5.250 kWh × 7,70 ct = 404 €) ergibt das im ersten Jahr ca. 1.124 € Bruttoertrag, abzüglich ca. 150 € Wartungskosten = ca. 974 € Nettoertrag in Jahr 1. Mit einer angenommenen Strompreissteigerung von 3%/Jahr und 0,5%/Jahr Degradation liegt die typische Amortisation bei dieser Konstellation bei ca. 11–13 Jahren — geben Sie Ihre eigenen Werte oben ein, um Ihre individuelle Amortisationszeit zu sehen.
Was verändert das Ergebnis am stärksten?
| Faktor | Wirkung auf Amortisationszeit |
|---|---|
| Höherer Eigenverbrauchsanteil (z. B. durch Speicher) | Verkürzt spürbar — Eigenverbrauch ist immer wertvoller als Einspeisung |
| Niedrigere Anlagenkosten (Vergleichsangebote einholen) | Verkürzt direkt proportional |
| Höhere Strompreissteigerung | Verkürzt (mehr Wert pro eigenverbrauchter kWh in späteren Jahren) |
| Standort mit weniger Sonnenstunden | Verlängert — nutzen Sie den Ertragsrechner für Ihren genauen Standort |
| KfW-270-Finanzierung statt Eigenkapital | Verlängert die reine Amortisation leicht durch Zinskosten, verbessert aber die Liquidität — siehe KfW-270-Rechner |
Was das Modell nicht berücksichtigt
Die 25-Jahres-Tabelle oben ist eine Modellrechnung auf Basis konstanter Annahmen (feste Strompreissteigerung, feste Degradation, feste jährliche Wartungskosten). In der Praxis weichen mehrere dieser Größen von Jahr zu Jahr vom Modell ab:
- Wechselrichtertausch: Werksgarantien für Wechselrichter liegen häufig deutlich unter der Lebensdauer der Solarmodule selbst. Wer mit einer 25-jährigen Anlagenlaufzeit rechnet, sollte in den eigenen Wartungskosten realistischerweise mindestens einen Wechselrichtertausch einkalkulieren — der Rechner verteilt Ihre eingegebenen Wartungskosten gleichmäßig über alle 25 Jahre und bildet einen solchen Einmalkostenpunkt nicht automatisch ab.
- Wetterjahr-Schwankungen: Die tatsächliche Sonneneinstrahlung schwankt von Jahr zu Jahr. Ein einzelnes schwaches oder starkes Sonnenjahr verschiebt die tatsächliche Amortisation etwas gegenüber der Modellrechnung, gleicht sich über mehrere Jahre aber meist wieder aus.
- Strompreisentwicklung ist keine Garantie: Die angenommene jährliche Steigerungsrate ist eine Vereinfachung — tatsächliche Strompreise in Deutschland haben in den letzten Jahren sowohl deutliche Sprünge nach oben als auch Phasen der Stagnation gezeigt.
- Zusätzliche Investitionskosten: Kosten für Gerüst, Elektroinstallation, Zählerwechsel oder eine eventuell erforderliche Dachsanierung sind in vielen ersten Angeboten nicht vollständig enthalten — prüfen Sie, ob Ihre eingegebenen Investitionskosten diese Posten abdecken.
Häufige Fragen zur Amortisation
Was passiert nach der Amortisation?
Die Anlage erzeugt weiterhin Strom — jetzt praktisch "kostenlos" abzüglich Wartung. Bei einer typischen 20–25-jährigen Nutzungsdauer bringt eine Anlage, die sich nach 10–12 Jahren amortisiert hat, danach noch 10–15 Jahre nahezu reinen Ertrag.
Sollte ich mit oder ohne Batteriespeicher rechnen?
Rechnen Sie beide Szenarien durch. Ein Speicher erhöht die Investitionskosten, aber auch den Eigenverbrauchsanteil erheblich — ob sich das lohnt, hängt stark von Ihrem Verbrauchsprofil ab (siehe unser Blogartikel zum Thema Speicher).
Verändert eine spätere Nachrüstung, z. B. ein Batteriespeicher, die bereits laufende Amortisation?
Eine Nachrüstung ist eine neue, zusätzliche Investition mit eigener Amortisationsrechnung — sie verändert nicht rückwirkend die bereits berechnete Amortisation der ursprünglichen PV-Anlage. Sinnvoller ist es, den Speicher separat zu bewerten: Rechnen Sie die zusätzlichen Kosten gegen die zusätzliche Eigenverbrauchssteigerung, die er ermöglicht.
Ist die 25-Jahres-Tabelle eine Garantie?
Nein. Es handelt sich um eine Modellrechnung auf Basis Ihrer Eingaben (feste Annahmen zu Preissteigerung, Degradation, Wartungskosten). Tatsächliche Strompreise, Wetterjahre und Wartungskosten weichen in der Praxis immer etwas vom Modell ab.