Anlagenparameter

Typisch ohne Speicher: 25–35%
Für ≤10 kWp Teileinspeisung, Stand Aug. 2026 — sinkt halbjährlich
Typisch: 78–85% (Wechselrichter, Leitungen)
Jährlicher PV-Ertrag (kWh/Jahr)
Spez. Ertrag
Eigenverbrauch
Einspeisung
Vergütung/Jahr
Stromersparnis/Jahr
Gesamtertrag/Jahr

Sonneneinstrahlung nach Bundesland (kWh/kWp/Jahr)

Bundesland / RegionErtrag (kWh/kWp/Jahr)Vergleich
Bayern (München, Augsburg)1.050–1.150⭐ Bestes Potenzial DE
Baden-Württemberg980–1.050⭐ Sehr gut
Rheinland-Pfalz, Hessen960–1.020✅ Gut
NRW, Saarland940–980✅ Durchschnitt
Sachsen, Thüringen, Brandenburg960–1.000✅ Gut
Niedersachsen, Berlin920–960✅ Gut
Hamburg, Bremen890–930⚠️ Unter Schnitt
Schleswig-Holstein860–910⚠️ Geringster Ertrag DE

Wie berechnet dieser Rechner den Ertrag?

Der Jahresertrag ergibt sich aus fünf Faktoren, die miteinander multipliziert werden: Anlagenleistung (kWp) × Standort-Ertragswert (kWh/kWp/Jahr) × Ausrichtungsfaktor × Neigungsfaktor × Systemwirkungsgrad. Diese Methode — bekannt als vereinfachtes PV-Ertragsmodell — wird auch von Marktvergleichsrechnern verwendet und liefert für eine grobe Planungsschätzung eine Genauigkeit von etwa ±10–15%, sofern keine Verschattung vorliegt.

  • Standort-Ertragswert: Basiert auf mehrjährigen Durchschnittswerten der Globalstrahlung pro Bundesland (siehe Tabelle oben). Reale Jahre können je nach Wetterlage ±10% davon abweichen — ein sonniges Jahr wie 2022 lag über dem Schnitt, ein bewölktes Jahr darunter.
  • Ausrichtungs- und Neigungsfaktor: Multiplikative Abschläge gegenüber der optimalen Südausrichtung mit 30–35° Neigung (= 100%). Sie basieren auf Standard-Ertragsdiagrammen für PV-Anlagen in Mitteleuropa.
  • Systemwirkungsgrad: Berücksichtigt Verluste durch Wechselrichter, Leitungswiderstände, Modultemperatur und Verschmutzung — typischerweise 78–85% des theoretischen Modulertrags kommen tatsächlich an.

Was der Rechner nicht abbildet: Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder Dachaufbauten (kann einzelne Module stark oder ganz ausfallen lassen), Jahr-zu-Jahr-Wetterschwankungen, Modulalterung/Degradation (ca. 0,4–0,8%/Jahr) und regionale Mikroklimata innerhalb eines Bundeslandes. Für ein verbindliches Angebot ersetzt dieser Rechner keine Vor-Ort-Analyse durch einen Fachbetrieb.

Zwei Rechenbeispiele

Beispiel 1 — Kleines Einfamilienhaus, Bayern: 6 kWp, Süddach, 30° Neigung, 1.100 kWh/kWp/Jahr Standort, 82% Systemwirkungsgrad → Jahresertrag ≈ 5.400 kWh. Bei 30% Eigenverbrauch (1.620 kWh × 32 ct Stromersparnis) und 70% Einspeisung (3.780 kWh × 7,70 ct Vergütung) ergeben sich rund 518 € Stromersparnis + 291 € Einspeisevergütung = ca. 809 €/Jahr Gesamtertrag.

Beispiel 2 — Größeres Haus, NRW, Südwest-Dach: 10 kWp, Südwest (97%), 20° Neigung (95%), 960 kWh/kWp/Jahr Standort, 80% Systemwirkungsgrad → Jahresertrag ≈ 7.080 kWh. Bei gleichem Eigenverbrauchsanteil (30%) ergibt das ca. 680 € Stromersparnis + 382 € Einspeisevergütung = ca. 1.062 €/Jahr.

Beide Beispiele sind Modellrechnungen mit den oben beschriebenen Standardannahmen — nutzen Sie den Rechner oben mit Ihren eigenen Werten für eine genauere Schätzung.

Wie verteilt sich der Ertrag übers Jahr?

Die jährliche Ertragsprognose oben ist eine Summe über zwölf sehr unterschiedliche Monate. In Deutschland entfällt der weit überwiegende Teil des Jahresertrags auf die Sommerhalbjahresmonate von etwa April bis September, wenn die Sonne höher steht und die Tage länger sind. In den Wintermonaten Dezember und Januar liefert eine Anlage dagegen nur einen kleinen Bruchteil ihres Jahresertrags — an bewölkten Wintertagen teils nur einen sehr geringen Anteil der Sommerleistung. Für die Eigenverbrauchsplanung ist das relevant: Ein hoher Eigenverbrauchsanteil im Sommer ist bei üblichen Haushaltslastprofilen ohne Speicher schwerer zu erreichen als im Winter, weil im Sommer oft mehr Strom erzeugt wird, als tagsüber verbraucht werden kann.

Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: Ein Süddach erzeugt seinen Ertrag konzentriert um die Mittagsstunden, während Ost-West-Anlagen die Erzeugung gleichmäßiger auf Vormittag und Nachmittag verteilen — was bei einem Lastprofil mit Verbrauchsspitzen morgens und abends (z. B. bei Berufstätigen) den nutzbaren Eigenverbrauch trotz etwas geringerem Gesamtertrag erhöhen kann.

Kurz-FAQ zum PV-Ertrag

Wie genau ist die Ertragsschätzung?
Bei korrekt eingegebenen Standort- und Ausrichtungsdaten und ohne relevante Verschattung liegt die Schätzung meist innerhalb von ±10–15% des tatsächlichen Jahresertrags. Verschattung ist der häufigste Grund für größere Abweichungen.

Warum schwankt mein tatsächlicher Ertrag von Jahr zu Jahr?
Die Sonneneinstrahlung in Deutschland variiert wetterbedingt um bis zu ±10% zwischen einzelnen Jahren. Ein einzelnes schwaches oder starkes Sonnenjahr sagt daher wenig über den langfristigen Durchschnitt aus.

Lohnt sich eine Anlage auch bei Ost-West-Ausrichtung?
Ja — der Ertragsverlust gegenüber Süd liegt meist nur bei 10–15%, dafür verteilt sich die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag (Morgen- und Abendspitze statt Mittagsspitze), was bei hohem Eigenverbrauchsanteil sogar vorteilhaft sein kann.

Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh?
kWp (Kilowatt-Peak) beschreibt die Nennleistung der Anlage unter genormten Testbedingungen — sie sagt nichts direkt über den tatsächlichen Jahresertrag aus. kWh (Kilowattstunden) ist die tatsächlich erzeugte oder verbrauchte Energiemenge über einen Zeitraum. Der "spezifische Ertrag" (kWh pro kWp und Jahr, siehe Ergebnisfeld oben) verbindet beide Größen und ist ein guter Vergleichswert zwischen unterschiedlich großen Anlagen am selben Standort.

Quellen zur Methodik: allgemein anerkannte PV-Ertragsmodelle für Mitteleuropa; regionale Globalstrahlungswerte gemäß mehrjährigen Wetterdurchschnitten. Kein Ersatz für eine Vor-Ort-Ertragsprognose durch einen Fachbetrieb.